Schon als Kind durchstreifte Tilly Edinger mit ihrem Vater das Senckenbergische Naturhistorische Museum und als eine der ersten Frauen in Deutschland studierte sie Geologie, Zoologie und Paläontologie. Mit ihrer Promotion 1921 über die Analyse des fossilen Nothosauriergehirns legte sie den Grundstein der Paläoneurologie – der Erforschung der Gehirne ausgestorbener Wirbeltiere. Sie arbeitete ehrenamtlich als Kustodin am Frankfurter Naturmuseum, 1931 bis 1933 auch als Assistentin am Neurologischen Institut. 1939 floh die jüdische Wissenschaftlerin in die USA und setzte dort bis zu ihrem Tod 1967 am Harvard Museum of Natural History ihre paläontologischen Forschungen fort. Dr. Tilly Edinger gilt als Wegbereiterin des modernen Evolutionsverständnisses.

