Projekthintergrund
Die Archive der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung dokumentieren über zwei Jahrhunderte wissenschaftlicher Praxis und stellen ein bedeutendes Zeugnis deutscher Forschungs- und Institutionsgeschichte dar. Durch die systematische Auswertung von Personalakten, Briefwechseln, Sammlungsvermerken und weiteren Quellen wird deutlich: Frauen trugen seit der Gründungsphase maßgeblich zum Fortschritt bei Senckenberg bei, auch wenn ihre Rolle bislang kaum erforscht wurde.
Beispiele wie Louise von Bose, deren Stiftung die Unabhängigkeit und das Bestehen der Gesellschaft ermöglichte, Tilly Edinger, die als Begründerin der Paläoneurologie internationale Anerkennung fand, oder Margot Perl, die während des Zweiten Weltkriegs wissenschaftliche Sammlungen bewahrte, veranschaulichen das breite Spektrum an Einfluss dieser lange unsichtbaren Akteurinnen. Ihre Geschichte wird im Projekt rekonstruiert, dokumentiert und in vielfältigen Formaten einer breiten Öffentlichkeit vermittelt – von biografischen Rekonstruktionen über kuratorische Aufarbeitungen bis hin zu digitalen Plattformen.
Als interdisziplinäres Forschungs- und Vermittlungsprojekt verbindet Secret Service wissenschaftliche Analyse mit innovativen Formen der Sichtbarmachung. Es leistet einen wichtigen Beitrag zur kritischen Reflexion wissenschaftlicher Geschichtsschreibung und fördert ein differenziertes Verständnis von Diversität, Inklusion und Anerkennungsmechanismen in der Wissenschaft. Damit macht es nicht nur die Leistungen von Frauen in der Naturforschung sichtbar, sondern stärkt auch ihre Repräsentation in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.


